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ÜBERSICHT Staatsverschuldung und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanz: Öffentliche Armut, privater Reichtum
Studie: Im Osten stagnieren die Einkommen
Studie: Reiche mögen Arme nicht
Atlas der Sozialkürzungen der Bundesregierung 2011-2014
"Weiterhin hohes Armutsrisiko in Deutschland: Kinder und junge Erwachsene sind besonders betroffen" Einkommensentwicklung in Deutschland Jeder siebte Deutsche ist von Armut bedroht "Investition in Bildung senkt die Arbeitslosenrate"
ARMUTSATLAS des Paritätischen Gesamtverbandes "Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland" DGB-Studie: Hohes Armutsrisiko bei Jugendlichen
OECD-Studie "Growing unequal?" Anhaltende Verteilungsdramatik – WSI-Verteilungsbericht 2008 (Böckler Stiftung)
3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des BMFSF "Zunehmende Ungleichheit der Markteinkommen: reale Zuwächse nur für Reiche" Armut in Deutschland verfestigt sich
Armut und Reichtum - Vierteljahresbericht zur Wirtschaftsforschung
2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2005
veröffentlicht durch DIW 15. Dezember 2010
Staatsverschuldung und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanz: Öffentliche Armut, privater Reichtum Das DIW hat in seinem Bericht Nr. 50/2010 eine kurze Analyse zur Staatsverschuldung und öffentlichen Armut gemacht. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch in Deutschland die Staatsverschuldung zugenommen.
Laut einer aktuellen DIW-Studie ist die Staatsverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ende 2010 etwa auf 75,5 Prozent angestiegen. Das staatliche Nettovermögen ist hingegen auf sechs Prozent des BIP 2009 gesunken. Gleichzeitig ist das private Vermögen gestiegen. Zu berücksichtigen ist die implizite Staatsverschuldung im Rahmen der sozialen Sicherungssysteme, die durch die demographische Alterung ausgelöst wird. Probleme können somit entstehen, wenn zur Refinanzierung der Staatschulden die Steuern erhöht oder öffentliche Leistungen gekürzt werden. Download des Wochenberichts als pdf nach oben veröffentlicht durch DER TAGESSPIEGEL 08. Dezember 2010 Studie: Im Osten stagnieren die Einkommen Die neuste Einkommens- und Verbrauchsstichprobe aus dem Jahr 2008, die das Statistische Bundesamt am 07.12.2010 vorstellte, zeigt, dass der Abstand zwischen den Einkommen von Ost und West in den vergangenen Jahren wieder zugenommen hat. So kamen private Haushalte in den neuen Bundesländern im Jahr 2008 durchschnittlich nur auf 75 Prozent des Nettoeinkommens der privaten Haushalte der alten Bundesländer. Dies bedeutet in Zahlen, dass der Durchschnittshaushalt im Westen monatlich 3056 Euro zur Verfügung hatte, während es im Osten nur 2292 Euro waren. Ost und West hatten sich bereits stärker angenähert, doch während die Einkommen im Westen leicht stiegen, stagnierten sie in den neuen Bundesländern. Zudem gibt es deutliche regionale Unterschiede: Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem hängt das Geld, welches pro Kopf zur Verfügung steht, stark vom Haushaltstyp ab: am niedrigsten ist es bei Alleinerziehenden.
Das Statistische Bundesamt hat für die umfangreiche Datensammlung, die alle fünf Jahre erhoben wird, 60.000 Haushalte drei Monate lang ein detailliertes Haushaltsbuch führen lassen, in dem sie alle Einnahmen, Ausgaben und Ersparnisse notierten. Das Konsumverhalten der unteren Einkommensbezieher bildet zudem die Grundlage für die Berechnung der Hartz-IV-Regelsätze. Da die aktuellen Daten 2008 erhoben wurden, berücksichtigen sie noch nicht die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise.
Download der Studie als pdf nach oben veröffentlicht durch DER TAGESSPIEGEL 04. Dezember 2010 Studie: Reiche mögen Arme nicht Forscher stellten eine zunehmende Abwertung von Besserverdienenden gegenüber sozial schwächeren Gruppen fest. Laut Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ verweigert die so genannte Elite zunehmend schwachen Gruppen ihre Unterstützung. Dies stellten der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer und seine Kollegen in der Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Bielefelder Universität fest. Mehr als die Hälfte der Höherverdienenden (Personen mit einem Netto-Einkommen ab ca. 2600 Euro monatlich) werteten Langzeitarbeitslose ab. Als einen Grund nannte Heitmeyer die Folgen der Finanzkrise. Aufgrund der Finanzkrise steigt bei den Höherverdienenden der Anteil derjenigen, die meinen, weniger als einen gerechten Anteil zu bekommen. Allerdings wachsen laut Studie bei den Besserverdienenden nicht nur die Vorurteile gegenüber Langzeitarbeitslosen. Es gibt auch eine zunehmende islamfeindlich. Aber auch antisemitische Tendenzen sind erkennbar. Die Studie beschäftigt somit mit der Bedrohung durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Demnach fühlten sich in diesem Jahr in Deutschland 53 Prozent der Menschen durch die wirtschaftlichen Entwicklungen bedroht. Dies ist nachzulesen in: Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.): Deutsche Zustände: Folge 9. Berlin.: Suhrkamp, 2010. nach oben veröffentlicht durch DER PARITÄTISCHE BERLIN 03. August 2010
Atlas der Sozialkürzungen der Bundesregierung 2011-2014 Die regionalen Auswirkungen des Sparpaketes hat der Paritätische Wohlfahrtsverband im "Atlas der Sozialkürzungen der Bundesregierung 2011-2014" aufgezeigt. Folgender Link führt zum "Atlas der Sozialkürzungen der Bundesregierung 2011-2014". nach oben veröffentlicht im Wochenbericht des DIW Heft 7/2010
"Weiterhin hohes Armutsrisiko in Deutschland: Kinder und junge Erwachsene sind besonders betroffen"
Altersarmut ist derzeit ein aktuelles Thema. Laut Bericht des DIW Berlin steigt das Armutsrisiko in Deutschland. Der Hauptgrund ist Arbeitslosigkeit. Daneben ist die Ausweitung des Niedriglohnsektors ein Grund. Es wird gezeigt, dass höhere Hartz-IV-Sätze zwar die Symptome von Armut lindern, aber die Ursachen bestehen bleiben. So lebe bereits ein Viertel der jungen Erwachsenen unter der Armutsschwelle. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene und Haushalte mit Kindern und hierbei vor allem kinderreiche Familien und Alleinerziehende. Dafür gibt es folgende Gründe. Alleinerziehende können häufig keinen Vollzeitjob annehmen. In kinderreichen Familien arbeitet oft nur ein Elternteil. Junge Erwachsene sind häufig betroffen, da sich der Einstieg ins Berufsleben verlagert hat, durch Anstieg der Ausbildungsdauer und Anstieg der Hochschulabsolventen. Es dauert für Berufsanfänger zudem länger in gut bezahlte Arbeitsverhältnisse zu kommen. Häufig gelangen sie zu diesen über schlecht oder unbezahlte Praktika und ähnlichem. Zudem wird die finanzielle Belastung dadurch herbeigeführt, dass das Elternhaus immer früher verlassen wird. Außerdem gibt es immer noch einen Unterschied zwischen Ost und West. Im Osten Deutschlands leben etwa 19 Prozent der Bürger unter der Armutsschwelle während es im Westen Deutschland 13 Prozent sind. Gründe dafür sind im Arbeitsmarkt zu suchen.
Download des Wochenberichts vom DIW Berlin zum Thema mit den wichtigsten Ergebnissen der Studie als PDF. veröffentlicht durch DIW BERLIN 15.Juni 2010
Einkommensentwicklung in Deutschland
Laut einer neuen Studie des DIW entfernen sich Arm und Reich in Deutschland immer weiter voneinander. Nach der Studie wächst die Anzahl Ärmerer und Reicherer immer weiter. Für die Untersuchung wurden die Haushaltsdaten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) verwendet. Es gehören nur noch 60 Prozent der Menschen zur Mittelschicht. Die Zahl der Menschen mit Niedrigeinkommen steigt immer mehr an und verdient auch immer weniger. Höherer Einkommensgruppen verdienen hingegen immer mehr. Somit steigt der Abstand zwischen Arm und Reich erheblich. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist dabei ein entscheidendes Kriterium für die Einkommensverteilung.
Folgender Link führt zur Pressemitteilung. nach oben veröffentlicht durch den NEWSLETTER GESUNDHEITLICHE CHANCENGLEICHHEIT 07.Mai 2010 Jeder siebte Deutsche ist von Armut bedroht Laut Statistischem Bundesamtes ist die Zahl der Armen in Deutschland in den letzten Jahren angestiegen. Als armutsgefährdet gelten alle Menschen, deren Einkommen 60 Prozent unter dem mittleren Einkommen des jeweiligen Landes liegt. Es sind rund 15 Prozent der Bürger in Deutschland armutsgefährdet. Damit hat Deutschland in Europa die höchste Armutsquote. Die Armutsquote betrug z.B. in den Niederlanden 11, in Österreich und Schweden 12 und in Frankreich 13 Prozent.
Folgender Link führt zu weiteren Informationen.
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veröffentlicht im Wochenbericht des DIW Heft 5/2010 "Investition in Bildung senkt die Arbeitslosenrate"
In Bildung zu investieren lohnt sich laut des DIW Berlin. Bessere Bildung senkt auch das Risiko arbeitslos zu werden. Es ist eine Ausweitung der staatlichen Bildungsinvestitionen zu empfehlen.
Das DIW Berlin beschäftigt sich im Wochenbericht mit diesem Thema. Es wird unter anderem ein Interview mit Viktor Steiner geführt. Darin geht es um Bildungsrendite.
Download des Wochenberichts vom DIW Berlin als PDF. nach oben
veröffentlicht durch PARITÄTISCHER GESAMTVERBAND Mai 2009
ARMUTSATLAS des Paritätischen Gesamtverbandes
Der Paritätische Gesamtverband präsentiert mit dem Armutsatlas die erste Gesamtübersicht zur regionalen Verteilung von Armut in Deutschland. Der Armutsatlas für Deutschland zeigt in einem umfassenden Kartenwerk, in welchen Bundesländern und Regionen besonders viel Armut herrscht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass regionale Abweichungen der Armutsquoten weit höher sind, als bundesweite Durchschnittswerte vermuten lassen. Dabei sind die regionalen Unterschiede nicht nur zwischen den Bundesländern sondern selbst innerhalb eines Landes groß. Die Zahlen, beruhend auf dem Mikrozensus 2007, weisen laut Armutsatlas insgesamt auf eine regionale Dreiteilung von Besitz und Einkommen in Deutschland hin: Am ärmsten ist der Osten, am wohlhabendsten der Süden, die nordwestlichen Bundesländer bilden die mittlere Gruppe. Mecklenburg-Vorpommern hat mit einer Armutsquote von 24,5 die Spitzenstellung eingenommen. Die niedrigste Armutsquote weist mit 10 Prozentpunkten unter allen Bundesländern Baden-Württemberg auf. Bei einer bundesweit durchschnittlichen Armutsquote von 14,3 % reichen die in dem Atlas erstmals veröffentlichten regionalen Armutsquoten von 7,4 % im Schwarzwald bis zu 27 % in Vorpommern.
Neben dem Kartenwerk bietet der Armutsatlas für jedes Bundesland eine kurze, zusätzliche Zusammenstellung von Informationen etwa zur Armutsentwicklung und wirtschaftlichen Situation im jeweiligen Land.
Folgender Link führt zu näheren Informationen Karten und Daten.
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veröffentlicht im Wochenbericht des DIW Heft 4/2009
"Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland"
In diesem Bericht fassen die beiden Autoren Ergebnisse eines durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsvorhabens zur Vermögensverteilungsrechnung und erweiterte Analysen des DIW Berlin zur Beschreibung der Höhe, Zusammensetzung und Verteilung individuellen privaten Vermögens im Jahre 2002 zusammen.
Ergebnis des Berichtes ist, dass der Abstand zwischen Armen und Reichen in Deutschland wächst. Grund dafür ist v.a. auch, da in den Krisenjahren viele Arbeitslose ihre Ersparnisse aufbrauchen mussten und die Vermögen seitdem besonders ungleich verteilt sind.
Der Bericht führt den Nachweis, dass die Ungleichheit der Vermögensverteilung zwischen 2002 und 2007 stark gestiegen ist. Insbesondere viele Bewohner der neuen Bundesländer haben in diesen Jahren ihre Vermögen aufgezehrt. Einen Zusammenhang vermuten die Forscher im Zusammenhang mit den Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Regierung, da besonders Menschen mittleren Alters ihr Vermögen angreifen mussten, was notwendig wurde, dass Arbeitslose aufgrund der Regelungen zum Hartz IV einen Großteil ihrer Rücklagen aufbrauchen müssen, bevor der Staat ihnen das Arbeitslosengeld II zahlt.
Spätfolgen dieser Entwicklung v.a. im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, wird nach Auffassung der Forscher, Altersarmut sein, da ein Teil der aufgebrauchten Ersparnisse auch für die Altersvorsorge gedacht gewesen sei. Der Staat, daran hatten die Wirtschaftsweisen bereits in einem ihrer letzten Gutachten erinnert, gleicht die Unterschiede in der Vermögensverteilung in Deutschland viel weniger aus als Unterschiede bei den Lohn- und Gehaltseinkommen. Download des Berichtes über das DIW als PDF-Datei (430 KB) nach oben
veröffentlich durch DGB DGB-Studie "Hohes Armutsrisiko bei Jugendlichen"
Laut dieser Studie, die offizielle Statistiken aus dem Sommer 2008 ausgewertet hat, haben 3,4 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren einen sozialversicherten Job. Ihnen stehen 1,2 Millionen Jugendliche, die förder- oder hilfebedürftig sind, gegenüber, von denen mehr als 900 000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren Hartz-IV-Leistungen und weitere fast 300 000 Jugendliche Arbeitslosengeld I. Auf drei erwerbstätige Jugendliche kommt also mindestens einer, der auf Hilfsleistungen angewiesen ist. Aufgefallen ist dabei: der Großteil braucht staatliche Hilfe, weil sie selbst oder die Eltern zu wenig verdienen, um davon leben zu können.
In den neuen Bundesländern ist das Risiko besonders hoch, schon als Jugendlicher arm zu werden, wo mehr als jeder sechste Jugendliche auf Grundsicherung angewiesen ist.
Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen in den vergangenen zwei Jahren um 26,2 Prozent auf etwa 306 000 gesunken. Allerdings sagt dies nichts über die Qualität der Jobs und ihre Bezahlung aus, denn weniger als ein Fünftel der jungen Hilfsbedürftigen war Mitte 2008 tatsächlich ohne Job. Der Großteil braucht staatliche Hilfe, weil sie selbst oder die Eltern vom Verdienst allein nicht leben können, sie erhalten Arbeitslosengeld II als Aufstockungsunterhalt.
Download der Studie als PDF (199 KB)
Link für weitere Informationen
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veröffentlich durch OECD Oktober 2008 OECD-Studie "Growing unequal?"
Untersuchung der Entwicklung von Armut und Einkommensungleichheit in den 30 OECD-Ländern zwischen 1985 und 2005. Der OECD-Bericht bietet eine breit angelegte Analyse verschiedener Dimensionen sozialer Ungleichheit wie Einkommens- und Sachgüterverteilung in den OECD-Ländern. Dabei beziehen sich die Daten zum ersten Mal auf alle 30 OECD-Länder zum Stand von Mitte der 2000er Jahre während bis Mitte der 1980er Jahre zurückreichende Informationen über Trendentwicklungen für rund zwei Drittel der Länder vorliegen. Der Bericht gliedert sich in vier Hauptteile: Ausgehend von der Beschreibung der Einkommensverteilung in den OECD-Ländern wird die Frage nach den Ursachen der Ungleichheit untersucht. Der dritte Teil des Berichts beschäftigt sich mit der Armut in den OECD-Ländern. Der Bericht beschreibt ferner weitere Dimensionen der Ungleichheit und führt am Ende Schlussfolgerungen zur Ableitung von Konsequenzen für staatliches Handeln auf.
Laut Bericht hat in fast allen OECD-Ländern zwischen 1985 und 2005 die Einkommensungleichheit zugenommen, wobei in Deutschland seit dem Jahr 2000 die Einkommensunterschiede und der Anteil der armen Menschen an der Bevölkerung deutlich schneller gewachsen ist als in jedem anderen OECD-Land. So stieg laut Bericht die Gesamtarmutsrate von 6 % auf 11 %, jene der Kinder von 7 % auf 16 %. Dabei sind Alleinerziehende und Kinder besonders häufig von Armut betroffen. Als wichtigste Ursachen für die gestiegene relative Armut in Deutschland werden Arbeitslosigkeit und stärkere Lohnspreizung angeführt. Vor allem durch einen überproportionalen Anstieg der höheren Einkommen ist laut Bericht seit der Jahrtausendwende die Einkommensschere auseinandergegangen.
Link zur Pressemitteilung der OECD (deutsch) Link zu Informationen zur Studie (deutsch) Download einer Zusammenfassung der Studie (deutsch) als PDF (229 KB) Download von Fakten zu Deutschland als PDF (68 KB) nach oben
veröffentlicht durch WSI Anhaltende Verteilungsdramatik – WSI-Verteilungsbericht 2008 (Böckler Stiftung)
Der Verteilungsbericht 2008 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) stellt aktuelle Daten und Analysen zur Entwicklung von Löhnen, Gewinnen und Haushaltseinkommen vor. Der Bericht zeigt, dass die Unterschiede zwischen arm und reich auch im Aufschwungsjahr 2007 größer geworden sind. So bestätigt der Verteilungsbericht eine rückläufige Reallohnentwicklung zwischen 1991 und 2007 bei gleichzeitig steigenden Unternehmensgewinnen, die allerdings nur einem kleinen Personenkreis zukommen. Die Tatsache, dass es selbst in einem wirtschaftlichen Aufschwung nicht gelingt die Quote der Einkommen aus abhängiger Arbeit zu erhöhen, ist laut Bericht vor allem darauf zurückzuführen, dass hinter den steigenden Beschäftigungszahlen oftmals schlecht bezahlte Voll- oder Teilzeitjobs stecken, dieses spiegelt u.a. die steigende Zahl der Menschen mit Niedriglöhnen wider. Der DGB fordert vor diesen Hintergründen erhebliche Reallohnsteigerungen, um die weiterhin schwächelnde Binnenkonjunktur zu stützen und plädiert im Bericht für die Einführung von Mindestlöhnen und der Vermögenssteuer. Download des Berichts als PDF
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veröffentlicht durch BUNDESREGIERUNG 25. Juni 2008
3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung
Am 25. Juni 2008 hat das Bundeskabinett den Entwurf des 3. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung verabschiedet. Die neuen Zahlen und Fakten belegen, dass die soziale Kluft zwischen Arm und Reich sich auch in den vergangenen Jahren weiter vergrößert hat. Gegenüber dem Armutsbericht von 2005 haben sich die aktuellen Zahlen insofern kaum verändert. So gelten nach Angaben des Bundesarbeitsministers 13 Prozent der Bundesbürger als arm, weitere 13 Prozent würden nur durch Sozialtransfers wie Kindergeld oder Arbeitslosengeld II vor dem Abrutschen in die Armut bewahrt. Die unteren Einkommen sind leicht gesunken, die mittleren stagnierten. Einkommen derjenigen, die als reich gelten, haben sich dagegen auch in den vergangenen Jahren erhöht. Nach einer EU-Definition gilt als arm, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient – derzeit also 781 Euro netto im Monat. Als reich gilt, wer als Alleinlebender monatlich netto mehr als 3418 Euro oder als Familie mit zwei Kindern mehr als 7178 Euro netto zur Verfügung hat. Aus dem Armutsbericht ergibt sich, dass insbesondere Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende und deren Kinder von Armut betroffen oder bedroht sind. Allerdings hat sich die Zahl der Wohnungslosen seit 1998 halbiert – von 530 000 auf 254 000 Betroffene. Auch die Altersarmut hat sich danach verringert. Nur 2,3 Prozent der Rentner sind auf die Grundsicherung angewiesen, die immer dann gezahlt wird, wenn Rente und andere Einkünfte zum Leben nicht ausreichen. Link für weitere Informationen Download des Berichts als PDF Download des Berichts als Kurzfassung als PDF
Download von Schaubildern zum Entwurf als PDF Download von Kernaussagen des Entwurfes als PDF nach oben Veröffentlicht vom DOSSIER 28. Mai 2008 Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des BMFSF
Das Ziel des Dossiers ist es, Handlungsmöglichkeiten zur Armutsreduzierung und -prävention bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufzuzeigen. Dabei beruhen die Ausführungen und Analysen im Dossier im Wesentlichen auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). In vier Schwerpunkte gegliedert werden zunächst auf der Grundlage einer Definition des Armutsbegriffs die Ursachen der materiellen Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erfasst. Dabei wird besonders auf den engen Zusammenhang zwischen dem Armutsrisiko von Kindern und der Beschäftigungssituation der Eltern verwiesen. Die Themenschwerpunkte zwei und drei stellen Daten und Fakten zur Ausprägungen der materiellen Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit von verschiedenen sozioökonomischen Merkmalen und im europäischen Vergleich dar. Danach leben ca. 2,4 Mio. Kinder und Jugendliche in Deutschland in Armut, also 17 % aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. 800.000 sind Kinder und Jugendliche von Alleinerziehenden. Ebenso sind laut Dossier Kinder aus ausländischen Familien und Kinder aus Familien, deren Eltern beide arbeitslos sind oder Hartz-IV-Leistungen beziehen, besonders stark von Armut bedroht.
Weiterhin zeigt das Dossier, dass Kinder und Jugendliche die am stärksten von Armut betroffene gesellschaftliche Altersgruppe ist und ihr Armutsrisiko zwischen 2002 und 2005 auch stärker gestiegen ist als in der Gesamtbevölkerung. Im vierten Teil des Dossiers folgen Analysen und Berechnungen zur Reichweite und Wirksamkeit familien- und sozialpolitischer Instrumente zur Armutsreduzierung und -prävention bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Wie tragen bestehende Familienleistungen wie etwa Kindergeld, Wohngeld oder Unterhaltsvorschuss zur Verringerung des Armutsrisikos und Abmilderung der Folgen von Kinderarmut bei? Das Dossier schließt mit einer Gesamtbetrachtung familienpolitischer Instrumente zur Armutsbekämpfung und der Formulierung von Leitzielen zur weiteren Armutsbekämpfung. In den Schlussfolgerungen wird betont, dass ein Instrumenten-Mix aus Geld- und Infrastrukturleistungen notwendig zur Armutsreduzierung und -prävention ist. Dabei wird die Erwerbstätigkeit möglichst beider Eltern als der effektivste Weg der Armutsprävention betont.
Download des Berichts als PDF
nach oben veröffentlicht durch DIW im Heft 13/2007
"Zunehmende Ungleichheit der Markteinkommen: reale Zuwächse nur für Reiche"
dazu die Pressemitteilung des DIW Berlin: Nennenswerte Einkommenszuwächse gab es in Deutschland während der 90er Jahre nur für die Reichen, während das Durchschnittseinkommen konstant blieb. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 13/2007 auf einer integrierten Datenbasis aus Einkommensteuerstatistik und Sozio-ökonomischem Panel (SOEP), die erstmalig auch die sehr hohen Einkommen vollständig erfasst. Die Daten des SOEP deuten darauf hin, dass sich diese Entwicklung seit 2001 weiter verstärkt hat. Über die 90er Jahre hat die Ungleichheit der am Markt erzielten Bruttoeinkommen – Löhne und Gehälter, Unternehmer- und Vermögenseinkommen – in Deutschland moderat zugenommen: Das durchschnittliche reale Markteinkommen blieb konstant, die 10 % der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen konnten dagegen ihren Anteil am Gesamteinkommen in den Jahren 1992 bis 2001 um gut 7 % erhöhen. Die "ökonomische Elite", die oberen 0,001% der Einkommensbezieher erzielten sogar einen realen Einkommensanstieg um 35 %. In dieser Gruppe von 650 Personen lag das durchschnittliche Markteinkommen 2001 bei 15 Millionen Euro. Die kleine Gruppe der 65 Superreichen konnte ihr Einkommen sogar um über 50 % steigern, ihr Durchschnittseinkommen belief sich im Jahr 2001 auf knapp 50 Millionen Euro. Die Gruppe der Topverdiener erzielte nur rund 5% ihres gesamten Markteinkommens aus Löhnen und Gehältern, während im Durchschnitt der Bevölkerung dieser Anteil bei mehr als 80 % liegt. Fast 70 % des Markteinkommens der ökonomischen Elite entfällt auf Einkommen aus unternehmerischer Tätigkeit, knapp 27 % auf Vermögenseinkommen. Zu den Beziehern sehr hoher Einkommen gehören in Deutschland zu einem weit höheren Anteil Unternehmer, als dies in den USA oder in Frankreich der Fall ist. Allerdings hat der Anteil der Manager an den Beziehern von Top-Einkommen von 1992 bis 2001 zugenommen. Diesen Aufsatz können Sie beim DIW bestellen. Link nach oben
veröffentlicht durch DIW im Heft 12/2007 Armut in Deutschland verfestigt sich
dazu das DIW:
Nach den Armuts- und Reichtumsberichten der Bundesregierung hat die Einkommensarmut in Deutschland den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Dieser statistische Befund wird vielfach als Beleg für die Existenz und das Wachstum einer "abgehängten Unterklasse" gesehen. In anderen Szenarien erscheinen große Teile der Gesellschaft vom Absturz in die Armut bedroht. Bezieht man die Dauer von individuellen Armutsphasen und die unterschiedlichen Lebensbereiche, in denen Notsituationen auftreten, in die Analyse ein, so zeigt sich eine Zunahme verfestigter Armut. Eine Ausbreitung der Prekarität, d. h. des Pendelns zwischen der "Mitte" und der "Armut", ist nicht zu beobachten. Hauptbetroffene verfestigter Armut sind nach wie vor Arbeiter, vor allem Arbeiterfamilien mit Migrationshintergrund oder mehreren Kindern. Armut entweder als Problem einer kulturell verwahrlosten neuen Unterschicht zu deuten oder als kollektive Abstiegsbedrohung der gesamten Gesellschaft zu dramatisieren, geht an der Realität vorbei. Den Aufsatz können Sie beim DIW bestellen. Link
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veröffentlicht durch DIW im Heft 1/2006
Armut und Reichtum - Vierteljahresheft zur Wirtschaftsforschung
dazu die Pressemitteilung des DIW:
Zusammenfassung Die Ungleichheit der verfügbaren Einkommen in Deutschland hat sich gegenüber den 90er Jahren erhöht. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die höhere Ungleichheit der zugrunde liegenden Markteinkommen, das schwache Wirtschaftswachstum sowie die gestiegene Zahl an Arbeitslosen zurückzuführen. In der Folge hat das Armutsrisiko zugenommen. Das aktuelle Vierteljahresheft zur Wirtschaftsforschung des DIW Berlin trägt dazu bei, diese Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven zeitnah wissenschaftlich zu begleiten. Innovative Forschungsansätze und neue Fragen in der Armuts- und Reichtumsforschung in Deutschland werden auf einer breiten Datengrundlage zusammengefasst. Neben eingeführten Verteilungsanalysen werden dabei auch weitere Formen der Konzeptualisierung und Messung von Einkommen und Vermögen im Kontext multidimensionaler Ansätze berücksichtigt.
Details Der einführende Beitrag von Christian Arndt und Jürgen Volkert beweist, dass sich Amartya Sen's ethisch fundierter Ansatz des "capability approach" gut als Grundlage für die Armuts- und Reichtumsforschung eignet und entwirft auf Grundlage des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) dazu exemplarisch ein mehrstufiges Indikatorensystem. Ortrud Leßmann findet eine erstaunlich hohe Kongruenz zwischen dem Sen'schen Capability-Ansatz und dem - international kaum rezipierten - älteren deutschen Lebenslagen-Ansatz. Franz Eiffe und Karin Heitzmann zeigen, dass theoretisch-konzeptuelle Arbeiten zur exakten Formulierung des Armutsbegriffs zwar weit gediehen sind, ihre empirische Umsetzbarkeit aber nach wie vor an Grenzen stößt. Martin Kohli, Harald Kühnemund, Andrea Schäfer, Jürgen Schupp und Claudia Vogel stellen dar, wie Erbschaften auf die Vermögensverteilung tendenziell nivellierend wirken. Gerda Holz und Beate Hock beschreiben die Infantilisierung der Armut aus der Sicht der betroffenen Kinder. Eva Reinowski und Christine Steiner widmen sich in ihrem Beitrag den in den letzten Jahren stark gestiegenen Armutsrisiken von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ralf Himmelreicher und Dina Frommert erwarten aufgrund der jüngsten Rentenreformen eine verstärkte Ungleichheit der Alterseinkünfte und damit ein wachsendes Armutsrisiko im Alter. Der Beitrag von Hans-Jürgen Andreß zeigt, dass das Ausmaß der Deprivation mit der Höhe der Arbeitslosigkeit variiert und im letzten Jahrzehnt erheblich zugenommen hat. Peter Krause und Daniel Ritz beschreiben anhand der aus dem Prozess von Lissabon hervorgegangenen Laeken-Indikatoren, wie sich in Deutschland nicht nur das Armutsrisiko, sondern auch Armutsdauer und -intensität erhöht haben. Christoph Birkel bestätigt abschließend die These des "Umverteilungsparadoxes" von Korpi und Palmi hinsichtlich der Umverteilungseffizienz und schließt daraus, dass sowohl die Umverteilungswirkung der sozialen Sicherungssysteme als auch die Unterstützung für staatliche Umverteilung bei den Mittelschichten nachlassen wird.
Das Vierteljahresheft 1/2006 kann beim DIW bestellt werden. Link nach oben
veröffentlich durch BUNDESREGIERUNG April 2005
2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2005 Ausführungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu dem Bericht: Mit Beschluss vom 27. Januar 2000 hat der Deutsche Bundestag die Bundesregierung aufgefordert, regelmäßig einen Armuts- und Reichtumsbericht zu erstatten. Am 25. April 2001 hat die Bundesregierung den ersten Armuts- und Reichtumsbericht vorgelegt (2001).
Am 02.03.2005 hat das Bundeskabinett den 2. Armut- und Reichtumsbericht (2005) verabschiedet. Der Bericht kann mit beigefügtem Bestellschein beim Bundesanzeiger Verlag bestellt werden. Die Publikation ist kostenpflichtig (Euro 19,90 zzgl. Versandkosten). Das Wichtigste im Überblick Armut und Reichtum sind als gesellschaftliche Phänomene untrennbar mit Werturteilen verbunden. Dem trägt der Bericht Rechnung, indem Armut und Reichtum nicht allein an der Verteilung materieller Ressourcen festgemacht werden, sondern berücksichtigt wird, dass sie sich auch in individuellen und kollektiven Lebenslagen manifestieren. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht begreift Armut und Reichtum daher als Pole einer Bandbreite von Teilhabe- und Verwirklichungschancen. Armut ist hiernach gleichbedeutend mit einem Mangel an Verwirklichungschancen, Reichtum mit einem hohen Maß an Verwirklichungschancen, deren Grenzen kaum erreicht werden. Der Bericht stellt fest, dass eingeschränkte Verwirklichungschancen und ein höheres Armutsrisiko auch durch unzureichende Ausbildung, fehlende Bildungsabschlüsse sowie einen erschwerten Zugang zu Erwerbstätigkeit – beispielsweise aufgrund familiärer Pflichten oder gesundheitlicher Beeinträchtigungen und Behinderung - bedingt sind. Arbeitslosigkeit bleibt jedoch die wesentliche Ursache für ein erhöhtes Armutsrisiko. Die Wachstumsschwäche der vergangenen Jahre - einerseits eine Folge der Weltkonjunktur, andererseits bedingt durch eine mangelnde wirtschaftliche Dynamik im Inland - hat wesentlich hierzu beigetragen. Von 1998 bis 2003 ist die Armutsrisikoquote (d.h. Anteil der Personen unterhalb der Armutsrisikogrenze von 60% des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens) von 12,1% auf 13,5% leicht angestiegen. Deutschland gehört - den letzten vergleichbaren Zahlen von EUROSTAT aus dem Jahr 2001 zufolge - zu den EU-Ländern mit der niedrigsten Armutsrisikoquote (Deutschland: 11%; Durchschnitt EU-15: 15%). Der deutsche Sozialstaat ist bei der Bekämpfung von Armut insgesamt erfolgreich, seine sozialen Sicherungssysteme funktionieren: Ein erhöhtes Armutsrisiko ist in der Mehrzahl der Fälle kein permanenter Zustand. Im Zeitraum von 1998 bis 2003 waren nach einem Jahr etwa ein Drittel der Phasen unterhalb der Armutsrisikogrenze für die Betroffenen abgeschlossen oder unterbrochen und nach zwei Jahren etwa zwei Drittel. Die Steuerreform und die Verbesserungen von familienpolitischen Leistungen um 20 Mrd. Euro seit 1998 haben den Anstieg des Armutsrisikos vor allem von Familien mit Kindern und von allein Erziehenden im Vergleich zu übrigen Bevölkerung abgeschwächt. Das Armutsrisiko älterer Menschen ist deutlich unterdurchschnittlich, auch ihre Sozialhilfeabhängigkeit lag deutlich unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Seit 1998 war ein starker Rückgang der Wohnungslosigkeit und der Wohnungsnotfälle zu verzeichnen. Die geschätzte Jahresgesamtzahl der Wohnungslosen verringerte sich von 530.000 in 1998 auf 310.000 Personen in 2003. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht verdeutlicht, dass die Politik der Bundesregierung die Fragen aufgreift, die gelöst werden müssen, um die Teilhabe- und Verwirklichungschancen der Menschen zu verbessern und Armutsrisiken zu vermindern. Neben dem Ausgleich ökonomischer Ungleichheiten insbesondere durch Sozialleistungen und steuerliche Maßnahmen steht die Förderung von Teilhabe im Vordergrund. Es geht vor allem um eine Förderung von Wachstum und Beschäftigung, um die Schaffung von Arbeitsplätzen, eine bessere schulische und berufliche Bildung sowie um einen Ausbau der Infrastruktur bei der Kinderbetreuung. Diesen Herausforderungen hat sich die Bundesregierung mit den Reformen der Agenda 2010 gestellt. Ihre zentralen Elemente sind: Arbeitsmarktpolitik Die Bundesregierung setzt auf die gezielte Förderung, Qualifizierung und Vermittlung von Arbeitslosen. Die Bereitschaft zur Eigeninitiative wird eingefordert, gleichzeitig werden gerade Gruppen mit einem hohen Arbeitslosigkeits- und damit Armutsrisiko - langzeitarbeitslose Menschen, niedrig Qualifizierte, schwer behinderte Menschen sowie Migrantinnen und Migranten - gezielt unterstützt. Bildungspolitik Die Bundesregierung setzt mehr denn je klare Prioritäten bei Bildung und Forschung. Sie hat die Mittel für Bildung und Forschung seit 1998 um 37,5 % bzw. um 2,72 Mrd. Euro auf rund 10 Mrd. Euro erhöht (2005). Der Bund investiert rund 4 Mrd. Euro in den Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen. Die Zahl der BAföG-Empfänger stieg von 341.000 im Jahre 1998 auf 505.000 im Jahr 2003. Der Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland hilft, allen jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Familienpolitik Mit den Familienleistungen (Kindergeld, Erziehungsgeld, Unterhaltsvorschuss und BAföG) wurde zum Beispiel die relative Einkommensarmut von allein Erziehenden um 15 Prozentpunkte gesenkt. Das Kindergeld wurde um 42 Euro für das erste und das zweite Kind erhöht, Familien wurden insgesamt um 5,8 Mrd. Euro steuerlich entlastet. Gleichzeitig fördert der Bund nachdrücklich mit 1,5 Mrd. Euro den zügigen Ausbau einer Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur für Kinder. Damit werden die Startchancen der Kinder verbessert und ihren Eltern wird die Möglichkeit zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit eröffnet. Mit dem Kinderzuschlag von monatlich bis zu 140 Euro pro Kind für Familien mit geringem Einkommen, der zum 1. Januar 2005 durch das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt eingeführt wurde, schafft die Bundesregierung Entlastung für Familien im unteren Einkommensbereich und verringert Familienarmut. Durch die Sozialhilfereform erhalten seit ab 1. Januar 2005 alle bedürftigen allein Erziehenden einen Mehrbedarfszuschlag. Dies gilt erstmals für 70.000 allein Erziehende mit einem Kind ab 7 Jahren und knapp 10.000 allein Erziehende mit mehreren Kindern, auch für den Fall, dass sie überwiegend Grundsicherung für Arbeitssuchende erhalten. Steuerpolitik Es ist der Bundesregierung gelungen, geringe Einkommen durch die Absenkung des Eingangssteuersatzes von 25,9% (1998) auf 15% (2005) bei gleichzeitiger Anhebung des Grundfreibetrags von 6.322 Euro (1998) auf 7.664 Euro (ab 2004) deutlich zu entlasten. Gleichzeitig wurde die Bemessungsgrundlage für Reiche verbreitert. Spitzenverdiener haben nicht mehr die Möglichkeit, sich durch Steuersparmodelle arm zu rechnen. Einkommensmillionäre, die keine Steuern zahlen, kommen praktisch nicht mehr vor. Damit wurde sichergestellt, dass die leistungsstarken Haushalte einen höheren Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben leisten. Gesundheitspolitik Mit der Gesundheitsreform 2004 hat die Bundesregierung das reformbedürftige Gesundheitssystem erneuert und die medizinisch notwendige Versorgung für alle unabhängig von sozialem Status und Einkommen gesichert. Das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung schafft mehr Verlässlichkeit für sozial schwache Personenkreise. Sozialhilfeempfänger werden leistungsrechtlich den Versicherten gleichgestellt. Mit der Gesundheitsreform wird die Qualität der Versorgung erhöht und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Lohnnebenkosten geleistet. Download des Anhangs zum 2. Armuts- und Reichtumsbericht als PDF nach oben
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